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Vom Bürgerkrieg zum Generationentrauma

Manche Kriege enden auf dem Papier. In den Herzen von Kindern leben sie weiter.
In Vavuniya, einem Ort, der von Flucht, Verlust und den unsichtbaren Wunden des Bürgerkriegs geprägt wurde, möchten wir einen Raum schaffen, in dem Kinder und Jugendliche wieder gesehen werden. Einen Ort der Sicherheit, der Würde und der Hoffnung.

Der Bürgerkrieg in Sri Lanka prägte das Land über mehr als ein Vierteljahrhundert: Er begann 1983 und endete im Mai 2009. Diese Zeit hinterliess nicht nur zerstörte Orte, sondern auch tiefe seelische Wunden in den Menschen, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Viele von ihnen wuchsen mit Angst, Vertreibung, Verlust, Gewalt und ständiger Unsicherheit auf.  Manche mussten Bombardierungen, Flucht und das Verschwinden von Angehörigen erleben; andere wurden in einem Umfeld gross, in dem Gewalt zum Alltag geworden war. 26 Jahre voller Wut, Hass und totaler Wertlosigkeit.

Besonders erschütternd ist, dass in diesem Krieg auch Kinder und Jugendliche unmittelbar missbraucht wurden. Menschenrechts- und Kinderrechtsberichte dokumentieren, dass die LTTE über Jahre hinweg Minderjährige rekrutierte und einsetzte, auch unter Zwang.

 

Warum aber ist das so wichtig zu verstehen?

Einige der Kinder, denen damals in jungen Jahren Waffen in die Hände gedrückt wurden, sind heute erwachsen — und viele von ihnen sind inzwischen selbst Mütter und Väter. Doch wer als Kind in Angst, Krieg und Gewalt geprägt wurde, trägt diese Erfahrungen oft bis ins Erwachsenenalter weiter. Trauma verschwindet nicht einfach mit dem Ende eines Krieges; es lebt weiter im Körper, in der Psyche, in Beziehungen und wenn es nicht verarbeitet wird, wird sie in die nächsten Generation weitergegeben. 

Forschung zu Kriegstrauma zeigt, dass Kinder, die Gewalt, Flucht und Verlust erleben, ein deutlich erhöhtes Risiko für Angststörungen, Depressionen, Schlafprobleme, Übererregung, Rückzug, Konzentrations-schwierigkeiten und langfristige psychosoziale Belastungen haben. Dies zettelt einen Teufelskreis an, denn t Trauma wirkt oft über Generationen hinweg: Wenn Eltern selbst schwer belastet sind, beeinflusst das auch, wie Sicherheit, Nähe, Vertrauen und emotionale Stabilität in einer Familie gelebt werden. So kann sich ungelöste Angst, Schweigen, innere Anspannung oder Trauer von einer Generation auf die nächste übertragen.

 

Genau da liegt unser Wirkungsfeld. Diese Generationentraumata wollen wir nicht einfach hinnehmen. Wir möchten helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen — mit Schutz, Beziehung, Begleitung und einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gesehen werden. 

BeSeen steht deshalb nicht nur für Hilfe im Heute, sondern auch für Heilung über Generationen hinweg. Denn wenn ein Kind wieder Vertrauen lernt, wenn ein junger Mensch seine Würde zurückgewinnt und wenn seelische Verletzungen ernst genommen werden, kann sich auch die Zukunft einer Familie verändern. Unser Anliegen ist es, in Vavuniya Räume zu schaffen, in denen aus Angst wieder Sicherheit, aus Schweigen wieder Ausdruck und aus ererbtem Schmerz neue Hoffnung wachsen kann. 

Quellen: 

https://www.hrw.org/reports/2006/ltte0306/6.htm?utm_source=chatgpt.com (15.04.2026)

https://www.britannica.com/place/Sri-Lanka/History?utm_source=chatgpt.com (15.04.2026)

https://www.refworld.org/reference/annualreport/cscoal/2008/en/59344?utm_source=chatgpt.com (15.04.2026)

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6688296/?utm_source=chatgpt.com (15.04.2026)

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